
Sonntag, 10. Mai
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Etwas goldener Staub
Aus dem Lukas – Evangelium. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war. Und siehe, am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
Ein Impuls
In der Regel hört oder liest man diesen Ausschnitt aus dem Lukas – Evangelium nicht an einem Stück. Dazwischen liegt ein großer Absatz mit einer Überschrift. Die Verwunderung des Petrus schließt die erste Episode ab. Danach folgt die Emmaus – Erzählung. Im Original gibt es diese Trennung nicht. Der Text geht einfach fortlaufend und ohne Überschriften weiter. Wenn man so über die Kapitelgrenzen hinweg liest, ergeben sich neue Verbindungen. Petrus sucht im Grab. Die Emmaus – Jünger in ihren Erinnerungen. Der Weg des Petrus wird weg vom Grab führen und auch Emmaus ist nicht das Ziel der Jünger, sondern Wendepunkt. Das Leben ist überall und das Grab ist nicht der zentrale Ort. Das Leben ist jetzt.
Verweilen in der Gegenwart
Lebendige Worte. Ein Segen für die Woche, nach Jan Richardson:
Mögest du dein Leben als einen heiligen Text erkennen.
Möge Gott dich führen, deine Geschichte neu zu lesen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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