
Mittwoch, 12. August
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Strassenkunst
Die Kunst, die ich gestern entdeckte, steht nicht auf der Straße, aber doch irgendwie im öffentlichem Raum, genauer dem Mainzer Dom. Eigentlich ist es auch keine Kunst. Im Chor des Domes steht ein großes Kreuz aus Traversen, das sind diese Metallbalken, wie sie auch bei Bühnen oder zur Befestigung von Straßenschildern verwendet werden. Daran sind viele Seile gebunden, die herabhängen. Das Ganze sieht nach einer Kunstinstallation aus, sind aber die Utensilien der Industriekletterer, die in luftiger Höhe und durch die Seile gesichert, die Kapitelle in Handarbeit gereinigt haben, so dass diese wieder erstrahlen. Die Kunst ist also eine Baustelle.
Ein Impuls
Ist das Kunst? Wenn es nur nach dem geht, was „man“ für Kunst definiert oder nach dem Preis, der dafür erzielt werden kann, dann wohl eher nicht. Doch schaut man auf die Wirkung im Raum, dann ist diese Baustelle Kunst, auch wenn sie nicht als solche geplant war. Ich glaube, der Alltag kennt einige solche Baustellenkunst. Das ist nämlich ein Ort, an dem der Geist kreativ wird.
Verweilen in der Gegenwart
Bei sich sein: Gib acht auf dich. Wie ist es jetzt? Schenke dir einen freundlichen Blick. Für ein paar Augenblicke bleibe einfach bei dir.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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