
Dienstag, 11. August
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Strassenkunst
Wie an einer Perlenkette sind die Schiffe am Horizont aufgereiht. Abends leuchten sie. Manche sind so groß, dass das Auge sich täuscht und meint, eine kleine Insel zu erkennen. Ihr Ziel oder ihr Startpunkt ist der große Hafen von Le Havre an der Seine Mündung. Auf der Klippe über der Stadt thront der Leuchtturm. Das ist mittlerweile weit mehr als ein einfacher Turm. Er gleicht dem Tower eines großen Flughafens. Die Kitesurfer, von denen ich gestern erzählt habe, brauchen all das nicht. Doch auch sie wissen, wo sie nach vollbrachtem Wellentanz wieder an Land gehen. Bojen markieren den Abschnitt am Strand, wo das möglich ist.
Ein Impuls
Der Hafen ist Ziel- und Startpunkt. Er ist nicht das Meer, aber ohne Hafen, ohne eine Stelle zum Starten und Landen, komme ich nicht aufs Meer und wieder zurück. Der römische Philosoph Seneca, dieses Zitat ist verbürgt, hat in seiner Ethik dieses Bild gefunden: „Wer nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, für den gibt es keinen günstigen Wind.“ Die Häfen eines Tages, das können Momente oder Orte sein, die mich sammeln, wo ich etwas lassen und neue Kraft mitnehmen kann, oder vielleicht auch ganz anders. Welchen Hafen steuerst du an?
Verweilen in der Gegenwart
Der konkrete Ort: Nimm den Ort wahr, an dem du jetzt bist, als wäre es das erste Mal. Dann nimm dich wahr, wie du an diesem konkreten Ort bist. Für ein paar Augenblicke einfach da sein wollen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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