Römische Wege (27.3.20)

Freitag, 27. März

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SanPaoloinnenhinten

Der Ort:  San Paolo fuori le Mura
Im Innern der Basilika stehen keine Stühle oder Bänke, nur oben, in der Apsis. Aber das Hauptschiff und die Seitenschiffe sind frei davon So breitet sich ein großer Raum aus, mit einem Wald von Säulen. „Hier könnte man gut Walzer tanzen“, sagte mir ein Studienkollege aus Wien. Ja, diese Kirche ist wie ein erhabener Ballsaal, der einlädt, sich zu bewegen und den eigenen Weg zu finden, im Angesicht Gottes, ganz so wie Paulus, der den eigenen Weg fand und zu den Heiden gegangen ist.

Der Impuls
Der Ball des Gehorsams nennt Madeleine Delbrêl ihr Gedicht über die Nachfolge Jesu. Das meint für sie „Gehorsam“, Jesus folgen. An dieser Stelle des Pilgerweges, wo wir schon so viel Jesus gefolgt sind, und an diesen Ort des Pilgerweges, der Basilika Sankt Paul, ist Madeleines Gedicht Echo und Vertiefung. Die nächsten Tage wird es der Impuls sein. Jeden Tag tanzen wir mit Madeleine ein Stück mehr in Sankt Paul. Der Beginn heute: Am Hauptportal

Heute ist der vierzehnte Juli.
Alle gehen zum Tanz.
Überall, seit Monaten, Jahren, tanzt die Welt.
Je mehr man in ihr stirbt, desto mehr tanzt man.
Wogen des Krieges, wogender Ballsaal.

Das Ganze macht wirklich viel Lärm.
Die ernsthaften Leute sind schlafen gegangen.
Die Mönche beten die Matutin des heiligen König Heinrich.
Ich aber denke
An den anderen König,
An König David, der vor der Bundeslade tanzte.

Denn wenn es auch viele heiligmäßige Leute gibt,
die nicht gern getanzt haben,
So gibt es doch auch Heilige,
denen der Tanz ein Bedürfnis war,
So glücklich waren sie zu leben:
Die heilige Teresa mit ihren Kastagnetten,
Johannes vom Kreuz mit dem Jesuskind auf dem Arm,
Und Franziskus vor dem Papst.
Wenn wir wirklich Freude an dir hätten, o Herr,
Könnten wir dem Bedürfnis zu tanzen nicht widerstehen,
Das sich über die Welt hin ausbreitet,
Und wir könnten sogar erraten,
welchen Tanz du getanzt haben willst,
Indem wir uns den Schritten deiner Vorsehung überließen.

Denn ich glaube, du hast von den Leuten genug,
Die ständig davon reden, dir zu dienen –
mit der Miene von Feldwebeln,
Dich zu kennen –
mit dem Gehabe von Professoren,
Zu dir zu gelangen nach den Regeln des Sports,
Und dich zu lieben,
wie man sich in einem alten Haushalt liebt.

Der Weg in die Gegenwart
Blicke auf deine Gegenwart: Was ist jetzt dran? Was hat sich dir gezeigt? Bei dem Gedanken oder Wort, das dich angesprochen hat, verweile, und spüre seiner Bedeutung für dich nach.

 

 

 

 

1 Comment

  1. Vielen Dank für dieses wunderschöne Bild, diesen schönen Impuls.
    Ja, am liebsten möchte man jetzt dort tanzen. Denn dazu fühle
    auch ich mich eingeladen und dann …. Madeleine Delbrel.
    Wunderbar und passt genau ins Herz und in die Seele.

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