
Freitag, 6. November
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Etwas goldener Staub
Schon länger war ich nicht mehr im Bethmann Park und im dortigen chinesischen Garten. So beschließe ich bei strahlendem Herbstwetter, wieder einmal vorbeizuschauen. Der Park hat sein herbstliches Kleid angelegt und in der Sonne sitzen die Menschen auf den Bänken. Im chinesischen Garten erwartet mich eine Sinfonie aus Licht, weil in der tiefstehenden Sonne die Platanen und der Ginko gelb leuchten. Auch hier hat der Herbst Einzug gehalten, Blätter schwimmen auf dem kleinen Teich, einige Äste sind schon kahl und der Bambus grünt unverdrossen. Merkwürdig, denke ich beim Hinausgehen, der Garten ist durch eine Mauer eingefasst und er unterscheidet sich vom übrigen Park. Doch hüben wie drüben stehen Pflanzen und in beiden Teilen ist es Herbst.
Ein Impuls
Das Gebet, die Meditation, das besondere Ritual am Morgen oder am Abend … Es gibt auch im Alltag so etwas wie einen „chinesischen Garten.“ Zeiten oder auch Orte, die abgeschirmt sind und zugleich nicht aus der Welt sind. Jede Zerstreuung erinnert mich daran, wie nah der Alltag sein kann. Gebet ohne Alltag funktioniert nicht. Umgekehrt ist es, glaube ich, genauso.
Verweilen in der Gegenwart
Lebendiges Außen: Gib acht auf das Lebendige um dich herum. Jetzt oder im Laufe des Tages, oder erinnere dich an einen lebendigen Moment des letzten Tages.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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