Als hätt der Himmel die Erde still geküsst 27.7.2018

Audio: Text und Impuls

Das Gedicht: Matthias Claudius, Abendlied Str. 1-3
Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Der Impuls
Das Abendlied von Matthias Claudius, wie bekannt ist es, vertont, beschreiben, kommentiert …. Im Sommerblog lade ich ein, heute und die beiden nächsten Tage in das Abendlied von Claudius einzutreten, gleichsam wie in ein dreidimensionales Gemälde.

Die erste und die zweite Strophe lassen die ganz besondere Atmosphäre und Stimmung wahrnehmen, keine Erklärungen, sondern staunendes Wahrnehmen. Die dritte Strophe weitet den Blick über das, was zu sehen und wahrzunehmen ist, hinaus: Das ist noch mehr.
Vielleicht ergibt sich heute die Gelegenheit des besonderen Wahrnehmens, am Tag oder am Abend. Heute gibt es eine totale Mondfinsternis. „Weil unsre Augen sie nicht sehn.“ Vielleicht eine ganz besondere Erinnerung an das mehr hinter dem Sichtbaren.

Der Weg in die Gegenwart: Der heutige Abschnitt
Bei dem Wort, dem Satz, bei der Formulierung, die dich anspricht, verweile und komme den Tag über immer wieder einmal darauf zurück.

Audio II: Das ganze Gedicht

Abendlied

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