Zwischen Himmel und Erde – Die Fortsetzung. Pfingstmontag, 21.5.2018

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Der Impuls
Pfingstmontag, das Scharnier in den Alltag hinein. Als Text und Impuls habe ich ein Gebet von Madeleine Delbrêl gewählt. Es heißt „Fahrradspiritualität“. Immer weiter, ruft und lockt uns Gott. Folge einfach den Gedanken von Madeleine. Dort, wo du hängen bleibst, da verweile. Das ist dann für heute dein Weg in die Gegenwart.

Morgen, wenn du magst, geht es weiter. Wir folgen dann einem anderen Abenteurer des Herrn, Petrus, seine Begeisterung, sein Scheitern, seine Liebe zu Jesus.
Für heute schwingen wir uns mit Madeleine Delbrêl aufs Fahrrad, um ohne Landkarte loszufahren und uns von Gott führen lassen.

Der Text: Fahrradspiritualität
„Immer weiter!“ sagst du zu uns
in allen Kurven des Evangeliums.
Um die Richtung auf dich zu behalten,
müssen wir immer weitergehen,
selbst wenn unsere Trägheit verweilen möchte.

Du hast dir für uns
ein seltsames Gleichgewicht ausgedacht,
ein Gleichgewicht
in das man nicht hineinkommt
und das man nicht halten kann,
es sei denn in der Bewegung,
im schwungvollen Voran.

Es ist wie mit einem Fahrrad,
das sich nur aufrecht hält, wenn es fährt;
ein Fahrrad, das schief an der Wand lehnt,
bis man sich darauf schwingt
und schnell auf der Straße davonbraust.

Die Zeit, in der wir leben,
ist gezeichnet von einem allgemeinen,
schwindelerregenden Ungleichgewicht.
Sobald wir uns hinsetzen, unser Leben zu betrachten,
kippt es und entgleitet uns.

Wir können uns nur aufrecht halten,
wenn wir weitergehen,
wenn wir uns hineingeben
in den Schwung der Liebe.

Alle Heiligen, die uns als Vorbilder gegeben sind,
oder zumindest viele von ihnen,
lebten nicht ohne „Versicherung“,
einer Art „geistlicher Krankenkasse“,
die sie schützte
gegen Gefahren und Krankheit
und die sogar ihre geistlichen Kinder mit einbezog.

Sie hatten feste Gebetszeiten,
bestimmte Bußübungen,
eine ganze Sammlung von Ratschlägen und Verboten.

Aber für uns
spielt das Abenteuer deiner Gnade
in einer Zeit, die fast aus der Bahn gerät
in ihrem Drang nach Freiheit.
Uns willst du keine Landkarte geben.
Unser Weg führt durch die Nacht.
Wohin wir zu gehen haben,
erhellt sich Stück für Stück
wie durch die Lampe eines Signals.
Oft ist das Einzige, was sich sicher einstellt,
eine regelmäßige Müdigkeit aufgrund
derselben Arbeit, die jeden Tag zu tun ist,
desselben Haushalts, der wieder zu bewältigen ist,
derselben Fehler, die wir bekämpfen,
derselben Dummheiten, die wir unterlassen wollen.

Aber außerhalb dieser Gewissheit
ist alles Übrige deiner Fantasie überlassen, o Gott,
die es sich bei uns gemütlich macht.

3 Comments

  1. Schön, dass es auch morgen weiter geht.

    Was den Impuls heute betrifft, so fragte ich mich, und wie bleibe ich im Schwung, wenn da plotzlich eine griße Mauer ist? Dann kam die Antwort in mir, Richtung wechseln. Da ich das aber nicht akzeptieten kann, stellte ich mir die nächste Frage. Und wie bleibe ich im Schwung, wenn mir „Hausgenossen“ gefühlt mit der Axt die Beine abgehackt haben. Aber auch da kam mir die Antwort. Purzelbaum ! Aus jedem Fallen den Schwung nehmen für die nächste Rolle. So gehts dann auch wieder weiter. Sogar entlang der Mauer, bis man das Tor gefunden hat.
    Ein purzelbaumschlagender Clown ist eben nicht klein zu kriegen, er kann höchsten zwischendurch immer wieder zum Pirot werden.

    Gefällt 1 Person

  2. …wunderschöner Text von Delbrel, so wahr und schön…jeder Montag könnte Pfingstmontag sein…Freue mich auf die Weiterfahrt…ob mit Fahrrad oder Vespa….

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