
Montag, 20. Juli
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Strassenkunst
Nicht nur auf den Straßen der Städte findet sich Kunst. Sie kann einem auch auf einem Feldweg begegnen. So ist es mir dieser Tage auf einer Wanderung geschehen. Durch einen Wald bin ich vom Tal hochgestiegen auf das Plateau. Weit kann das Auge schweifen über Weiden und Felder. Der Flachs liegt schon zum Trocknen aus und malt ein Muster in die Landschaft. Die Halme liegen aufgereiht auf dem Boden und werden regelmäßig gewendet. Es sieht aus, als hätte jemand den Boden gekämmt oder mit einem feinen Stift eine Radierung in verschiedenen Brauntönen gemalt. Bäume und Hecken setzen Akzente in verschiedenen Grüntönen und darüber wölbt sich der blaue Himmel. Straßenkunst am Feldweg.
Ein Impuls
Der trocknende Flachs ist für mich ein Bild, wie der Alltag unterschiedlich gesehen werden kann. Es ist Teil der Herstellung von Leinen, nach dem Anbau die Pflanzen dem Wetter auszusetzen. Das ist mit Arbeit und Anstrengung verbunden und mit der Unsicherheit, dass erst später feststeht, wie die Ernte sich gelohnt hat, ebenso wie im Alltag, wo oft auch nicht feststeht, wie die Mühe sich gelohnt hat. In diesem jedoch können Spuren von Schönheit sein. Vielleicht führt der Feldweg dieses Alltags heute an etwas Schönem vorbei.
Verweilen in der Gegenwart
Der Atemstrom: Achte auf deinen Atem, wie er kommt und geht, wie er Weite schenkt und wie du ausatmend etwas lassen kannst.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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