
Freitag, 15. Mai
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Etwas goldener Staub
„Für einen bürokratischen Aufbruch“ lautete eine Schlagzeile im Lokalteil der Zeitung. Das klingt sehr deutsch, dachte ich. Bevor wir aufbrechen, machen wir erst noch Bürokratie: Wir holen einen Genehmigungsschein für den Aufbruch, einen Passierschein für die nächste Etappe und entrichten auch die Verwaltungsgebühr für Aufbrüche. Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Die Schlagzeile hat Potential. Im Artikel selbst ging es um eine Podiumsdiskussion zu Veränderungen in kommunaler Verwaltung.
Ein Impuls
Die Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ist eine Zeit des Aufbruchs. Jesus ist vorangegangen, die Jüngerinnen und Jünger werden an Pfingsten gesandt werden. Was braucht es für einen Aufbruch? Sicher nicht meine Gedankenkette zur Schlagzeile. Wiewohl es diese Versuchung durchaus gibt, zu viel an Sicherheit und Leitplanken zu wollen, zu viel voraussetzen, so dass man gar nicht vom Fleck kommt. Erst wenn dieses und jenes anders ist, dann können wir loslegen. Solche Forderungen können wie unnütze Passierscheine sein. Es braucht einfach ein bisschen Mut, eine Umarmung des Unvollkommenen und mit Blick auf Pfingsten etwas Heiligen Geist.
Verweilen in der Gegenwart
Lebendiges Sehen: Gib der Welt Raum und schaue sie an, die große Welt und die kleine persönliche Welt, und bringe sie vor Gott.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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