Weiblich 7.10.2018

Audio: Text und Impuls

An den kommenden Sonntagen gibt es eine eigene Reihe, Impulse mit und von Frauen und ihrem Blick auf den Himmel: Weiblich. Impulse zu Gott und die Welt

Teresa von Ávila
Teresa wird unter die großen Mystikerinnen gezählt. „Nada te turbe“ – „nichts soll dich schrecken“ ist wohl ihr bekanntestes Gedicht und Gebet. Aber darum soll es heute nicht gehen, vielmehr um einen Abschnitt aus ihrer Auslegung des Hohenliedes und um Auszüge eines Gedichtes zum Weg in die Gegenwart.
Dass eine Frau das Hohelied auslegt, hatte in der damaligen Zeit schon Brisanz. Teresa war sich dessen bewusst, dass sie mit 4 Tabus bricht: „Sie maßt sich an, als Frau muttersprachliche Gedanken zu einem biblischen Buch zu Papier zu bringen, noch dazu zu so einem heiklen wie dem Hohenlied.“ (Ulrich Dobhan und Elisabeth Peeters, Band 8 der Gesamtausgabe, Herder 2011).
„Er küsste mich mit dem Kuß seines Mundes…“, beginnen das Hohelied und Teresas Auslegung. Sie sieht die vielfältigen Gnadengaben Gottes und schreibt dann: „Mein Herr! Welch schlechten Gebrauch machen wir von all den Gütern, die du erwiesen hast! Während Eure Majestät nach Mitteln und Wegen und Kunstgriffen sucht, um uns die Liebe, die du zu uns hast, zu beweisen, schätzen wir sie mit unserer unzureichenden Erfahrung in der Liebe zu dir für so gering ein, daß unsere, darin nur schlecht eingeübten Gedanken dahinlaufen, wo sie immer sind, und die großen Geheimnisse, die diese vom Heiligen Geist gesprochenen Worte in sich bergen, nicht weiter bedenken. (Gesamtausgabe Bd. 8, S. 58)

Der Impuls
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Teresa machte immer wieder diese Erfahrung. Da ist Gottes Reichtum, aber er wird nicht erkannt, oder sie kann ihn gar nicht fassen, ist überwältigt. „Die Gedanken laufen dahin, wo sie immer sind.“ Versuche heute einmal, dich auf Gottes Mittel, Wege und Kunstgriffe zu fokussieren, seine Liebe zu zeigen.

Der Weg in die Gegenwart
Der Focus auf Gottes Liebe. Du kannst auch die Musik nehmen: Fanny Hensel (1805-1847)- Fantasie in g-moll für Cello und Klavier Oder den Auszug aus dem Gedicht Teresas: „Dein bin ich“ (Gesamtausgabe Bd 8)

Dein bin ich, gebor’n für dich.
Was verfügst du über mich? …

Hier, so siehe doch mein Herze,
das in deine Hand ich lege;
Leib und Leben, meine Seele,
meine Inbrunst, mein Entzücken.
Lieber Bräutigem, Erlöser,
da ich mich dir ganz ergeben:
was verfügst du über mich?

Gib mir Anteil an der Weisheit,
gib aus Lieb’ Unwissenheit;
gib für Jahre Überfließen,
Hunger dann und Dürrezeit.
Gib das Dunkel oder Mittag,
schubse hier- und dorthin mich:
Was verfügst du über mich?

Die Musik
https://youtu.be/iq1bMukLTCw

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