Als hätt der Himmel die Erde still geküsst 17.7.2018

Audio: Text und Impuls

Das Gedicht: Madeleine Delbrêl, Liturgie der Außenseiter Str. 1+2
Du hast uns heute Nacht
in dieses Café Le Clair de Lunegeführt.
Du wolltest dort du selbst sein
für ein paar Stunden der Nacht.

Durch unsere armselige Erscheinung,
durch unsere kurzsichtigen Augen,
durch unsere liebeleeren Herzen
wolltest du all diesen Leuten begegnen,
die gekommen sind, die Zeit totzuschlagen.
Und weil deine Augen in den unsren erwachen,
weil dein Herz sich öffnet in unserm Herzen,
fühlen wir,
wie unsere schwächliche Liebe aufblüht,
sich weitet wie eine Rose,
zärtlich und ohne Grenzen
für all diese Menschen, die hier um uns sind.

Der Impuls
Ein Café,eine Kneipe, irgendwo im Vorort von Paris oder an sonst einem Ort auf der Welt. Kein angesagter Ort, eher ein verlassener, wo die hinkommen, die sonst nirgendwo hingehen können. Dahin lädt er uns ein, um er selbstzu sein, um Mensch zu werden, immer wieder. Durch uns. Unser Herz, unser Blick reicht aus, er wird es weiten und es blüht auf. Lass ihn heute mit deinen Augen sehen.

Der Weg in die Gegenwart: Der heutige Abschnitt
Bei dem Wort, dem Satz, bei der Formulierung, die dich anspricht, verweile und komme den Tag über immer wieder einmal darauf zurück.

Audio II: Das ganze Gedicht

Madeleine Delbrêl-Liturgie

2 Comments

  1. Wundervoll !!!
    Mein Herz ging schon auf, als ich nur den Name Madeleine Delbrêl hörte. Eine starke und begnadete Frau. Ein wunderschönes Gedicht.

    Er schaut mich nicht nur an, im Anderen, immer wieder. Er zeigt sich mir auch immer wieder in Literatur.

    Gefällt mir

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