
Freitag, 7. August
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Strassenkunst
Über der Konstablerwache in Frankfurt, einem großen und außer an den beiden Markttagen sehr öden und schattenlosen Platz, schwebt seit kurzem ein Netz aus blauen und roten Fäden. Die Kunstinstallation hängt an massiven Stahlträgern. Das Netz – oder sind es mehrere? – ist so gespannt, dass es wie filigrane Wolken aussieht. Das Kunstwerk soll für einige Jahre dort stehen bleiben. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll, und bin neugierig, welche Spitznamen gefunden werden. Das ist eine Spezialität in Frankfurt.
Ein Impuls
Man weiß noch nicht, was man von etwas halten soll. Das bedeutet, dass die Zeit für eine Beurteilung und Einordnung nicht da ist. Immer wieder gibt es einmal Dinge und Situationen, wo man erst beobachtet. Darin liegt eine doppelte Kunst. Die erste besteht darin zu erkennen, wo es noch Zeit braucht und wo es gerade keine Zeit hat, um lange zu beobachten. Doch dann ist es eigentlich klar. Der Brand muss gelöscht werden. Die zweite Kunst liegt darin, sich die Zeit zu nehmen, was in der aufgeregten Zeit, in der wir leben, nicht leicht ist. Da wird oft zu schnell einsortiert. Doch ob etwas großartig ist oder eher doch großartiger Mist, das braucht seine Zeit. Alles hat seine Zeit, die Kunst ist zu erkennen, welche Zeit jetzt da ist.
Verweilen in der Gegenwart
Das Weltgeschehen: Gib der Welt Raum und schaue sie an, die große Welt und die kleine persönliche Welt, und bringe sie vor Gott.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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