
Sonntag, 26. April
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Etwas goldener Staub
Aus dem Hohenlied: Leg mich wie ein Siegel auf dein Herz, / wie ein Siegel auf deinen Arm, denn stark wie der Tod ist die Liebe, / die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt! Ihre Gluten sind Feuergluten, / gewaltige Flammen. (Hld 8,6)
Ein Impuls
Wenn es Worte gibt für jenen Augenblick zwischen Jesus und Maria Magdalena, Worte jenseits der Namen und all dessen, was darinnen und dazwischen liegt, dann ist es vielleicht dieser Vers aus dem Hohenlied. Es ist das Geschehen von Sehen und Gesehenwerden, von Sehnsucht und Freigeben: Maria – Rabbuni – halte mich nicht fest. Da ist Sehnsucht und eine unbeschreibliche Kraft. Das Wort für „gewaltige Flammen“ enthält im Hebräischen das Element „Jah“, eine Kurzform des Gottesnamens.
Verweilen in der Gegenwart
Lebendige Worte: Ein Segen für die Woche, nach Jan Richardson:
Mögest du deine Sehnsüchte kennen,
und mögen sie dich führen zu dem Einen,
dessen Sehnsucht
dir gilt.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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