
Dienstag, 19. Mai
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Etwas goldener Staub
Vorletzte Woche habe ich Exerzitien gemacht und war viel draußen. Gehend kann ich gut meditieren. Einer meiner Wege führte an einem Gebirgsflüsschen entlang. Birken spannen ihr grünes Blätterdach und das Wasser rauscht im steinigen Flussbett. Der Fluss ist nicht tief, man könnte ihn durchwaten. Doch fließt er schnell dahin, umspielt die Steine und Felsen. Dann wiederum bildet sich durch ein Hindernis ein kleiner See, der ruhig und grünschimmernd daliegt.
Ein Impuls
Nach einer Woche wieder ganz normalen Alltag dachte ich wieder an den Gebirgsfluss. Wie ähnlich kommt mir meine Arbeitswoche vor. Sie fließt, mal um Steine herum, mal ruhig. Mal läuft es am Tag glatt, manchmal gibt es aber auch Steine und Felsen, die mich aufhalten. Irgendwie fließt es doch drumherum. Wie dieser Tag wohl fließen mag? Außerdem ist ja nicht ausgemacht, dass die Steine wirkliche Hindernisse sind. Vielleicht ist es eine Weise des Geistes, den Alltagsfluss ein bisschen zu bremsen.
Verweilen in der Gegenwart
Lebendiges Dasein: Nimm den Ort wahr, an dem du jetzt bist, als wäre es das erste Mal. Dann nimm dich wahr, wie du an diesem konkreten Ort bist. Für ein paar Augenblicke einfach da sein wollen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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