Freitag, 12. Dezember

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Die Haltestelle:
Gestern war mir der Bildschirm meines Computers eine Haltestelle. Nach einer Unterbrechung kam ich zurück und da fiel mir auf, wie viele Fenster ich offen hatte: Mehrere Dokumente, die entweder fertig oder noch in Arbeit waren. Zwei Browser offen, weil nicht jede Anwendung in jedem Browser funktioniert, dazu eine ganze Reihe Tabs auf. Auch hier einige noch in Arbeit, die anderen längst vergessen. Der virtuelle Schreibtisch müsste auch einmal aufgeräumt werden.
Ein Impuls
Wie vieles läuft oft gleichzeitig. Manches ist wichtig, anderes schiebt sich in den Vordergrund. Ein Alltag kann Ähnlichkeit haben mit einem virtuellen oder auch realen Schreibtisch. Der Blick am Abend auf den Tag kann wie eine Haltestelle sein. Wahrnehmen, das eine und andere lassen, sortieren, für den Moment abgeben. „Das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ wird es genannt. Der Jesuit Willi Lambert hat ein Gebet dazu geschrieben, das den Rückblick rahmen kann. Hier die erste und letzte Strophe:
Wie gut,
in Deinen Augen kostbar zu sein
und in Dir, dem Leben meines Lebens,
leben zu dürfen ...
Wie gut,
immer neu meinen Alltag liebend gestalten zu dürfen
und Dich in allem und alles in Dir
zu suchen und zu finden ... Amen
Willi Lambert SJ: Du Leben meines Lebens
Verweilen in der Gegenwart
Innehalten. Für ein paar Atemzüge nichts außer atmen. Den Moment wahrnehmen und noch etwas verweilen. Sich lösen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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