Freitag, 10. Oktober

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Himmelsfarbe
Der Baum stand auch gestern dort, die übrigen auch, der Weg ist auch kein anderer als gestern, und doch erscheinen sie mir anders. Heute wölbt sich ein blauer Himmel über allem und sein Strahlen färbt auf die Bäume, Blätter, das Gras, selbst auf den Kies des Weges. Auch auf die Seele färbt er ab, die einen kleinen Hüpfer macht.
Ein Impuls
Gleich und doch nicht gleich. Was so ein bisschen Licht ausmacht. Man sagt, dass auch der Wein oder ein Essen je nach Beleuchtung etwas anders schmeckt. Meine Erfahrung ist es, dass das auch für die Seele gilt. Die Meditation – bei mir ist es am Morgen – gibt ihr ein kleines bisschen ein andere Farbe und dem Tag ein bisschen einen anderen Geschmack. Das ist kein Zauberstab, der alles gut machen würde. Es lässt mich die Dinge in einem anderen Licht sehen oder, besser formuliert, ich sehe noch andere Farben als die, die ohnehin da sind: Die Termine im Kalender, die Freude auf eine Begegnung, die Angst vor möglichem Ärger … Deshalb finde ich Beten und Meditation so wichtig. Nicht, um Gott irgendwie zu besänftigen oder zufriedenzustellen – das hat er nicht nötig – nicht um irgendwelche Vorschriften zu befolgen, sondern weil es in aller Zerstreuung und Banalität des Alltags ein Stück blauen Himmels gibt.
Verweilen in der Gegenwart
Lass dir vom Atem ein paar Momente der Ruhe schenken. Einfach ein- und ausatmen und wenn du magst, atmend dich fragen: Welche Farbe ist jetzt für mich da?
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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