Als hätt der Himmel die Erde still geküsst 6.8.2018

Audio: Text und Impuls

Das Gedicht: Giuseppe Ungaretti / Ingeborg Bachmann. Sereno – Heiter
Nach soviel
Nebel
enthüllen sich
einer
um den andern
die Sterne

Ich atme
die Frische
aus der Farbe
des Himmels

Ich begreife mich
ein flüchtiges Bild

Hinter ein unsterbliches
Licht geführt

Der Impuls
Hinters Licht geführt zu werden ist nicht nett. Das Licht scheint nach vorne und man selbst steht dahinter im Dunkeln. Das ist das Bild, eine Täuschung: Man wollte Licht und wird darum betrogen. Giuseppe Ungaretti gewinnt dem eine andere Qualität ab. Das Ich im Gedicht staunt über das, was sich zeigt, was sich enthüllt. Es staunt über Nebel und Sterne, es staunt, dass es Himmelsfarben atmet. Da geschieht etwas Besonderes und sehr Zärtliches: Für einen Moment scheint das eigene Bild auf, im Licht von dem, was hinter dem Licht ist. Für einen Moment und nicht fassbar leuchtet Unsterblichkeit hinter dem Licht auf. „M’illumino d’immenso, Ich erleuchte mich durch Unermeßliches“ schreibt, wie in einem Kommentar, Ungaretti in seinem Gedicht Mattino, Morgen. Vieleicht kannst du heute staunen über das eine und andere, was sich zeigt.

Der Weg in die Gegenwart: Der heutige Abschnitt
Bei dem Wort, dem Satz, bei der Formulierung, die dich anspricht, verweile und komme den Tag über immer wieder einmal darauf zurück.

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