
Sonntag, 1. November
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Etwas goldener Staub
Gestern war ich auf einer kleinen Pilgertour durch Rheinhessen. Die Weinberge leuchteten in bunten Farben. Auch Trauben hingen hier und da noch an den Reben. Vielleicht haben sie die Stare angelockt. Ein großer Schwarm flog über den Wingert und es war faszinierend, den Vögeln beim Flug zuzuschauen: Eine lebendige Wolke flog am Himmel, mal zog sie sich zusammen, mal flog sie auseinander. Pulsierendes Leben.
Ein Impuls
Heute ist Allerheiligen. Das ist ein Lebens-Fest. Gott ist ein Gott des Lebens, lebendig pulsierend, wie ein Vogelschwarm oder wie das Leben der Heilgen in all ihrer Unterschiedlichkeit. Ein Vers aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, greift es auf seine Weise auf und erzählt vom Leben Gottes unter den Menschen, wenn Gott alles in allem sein wird. Das ist die Vision. Die Heilgen, ein Vogelschwarm, ein buntes Blatt … lassen es schon jetzt erahnen: Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.
Verweilen in der Gegenwart
Lebendige Worte. Ein Segen für die Woche, von Annette Jantzen:
Dreifaltigkeit
Du bist das Lied, die Stimme, der Klang
Und die große Stille hinter den Dingen
Unauslotbar die Tiefe deines Schweigens
Du bist die Bewegung, der Rhythmus, der Tanz
Die Schönheit der Sterne und der Abgrund des Meers
Unbegreiflich die Intensität deiner Liebe
Du bist das Feuer, die Wärme, das Licht
Die Kraft des Lebens noch in unseren elendsten Ecken
Undurchdringlich die Glut deines Erbarmens
Und hier: Wir brüchigen Menschen der Erde
Ein Spalt nur zu dir, ein Spalt nur der uns trennt
Bis wir heimkehren, und schauen, und aufatmen. Amen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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