30.10.26 Goldstaub – Lebensspuren im Alltag. Blog und Podcast im Herbst

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Etwas goldener Staub

Die Rolltreppe an der Konstablerwache bringt mich wieder nach oben. Die blaue Stunde klingt aus, der Himmel schwankt zwischen noch ein bisschen Licht und sich ausbreitende Dunkelheit. Es ist kurz vor sechs am Abend und jetzt wird deutlich, dass die dunkle Jahreszeit begonnen hat. So ist es eben, es ist der Rhythmus der Jahreszeiten. Ich lasse mich treiben durch die Menschen auf der Zeil. Einige haben ihre Einkäufe dabei, andere stehen am Wurststand oder beim Wein auf dem Markt an. Ein Prediger mit heiserer Stimme ruft in die Menge. Etwas weiter beim Fastfood – Schuppen brabbelt ein Drogenabhängiger vor sich hin. In der Seitenstraße verläuft es sich ein wenig und beim Fein, die Edelvariante einer Trinkhalle, sitzen ein paar unwegsame noch draußen. Herbstabend in Frankfurt.

Ein Impuls

Der Weg dauerte vielleicht eine Viertelstunde und schreibend staune ich, wie unterschiedlich und vielfältig er war. Er zeigte mir das, was Madeleine Delbrêl den „banalen Alltag“ nennt, der doch gar nicht langweilig sein muss, wenn ich mich für seine Gegenwart öffne. Sich der Gegenwart des Alltags öffnen, und manchmal kann das wie ein Sprungbrett sein, zu mir, und auch zu Gott. Denn, so glaube ich, ihm gefällt der Alltag.

Verweilen in der Gegenwart

Lebendiges Sehen: Gib der Welt Raum und schaue sie an, die große Welt und die kleine persönliche Welt, und bringe sie vor Gott.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.