27.10.26 Goldstaub – Lebensspuren im Alltag. Blog und Podcast im Herbst

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Etwas goldener Staub

Am Samstagabend auf dem U-Bahnsteig. Nach und nach füllt sich der Bahnsteig mit wartenden Leuten. Auch die wenigen Sitzmöglichkeiten, in Gruppen an die Wand geschraubte Stühle, werden besetzt. Hinter mir setzen sich 3 junge Männer. Ich sehe, wie ein junger Mann mit seiner Tochter auf dem Arm, sie ist vielleicht 3 Jahre alt, über den Bahnsteig geht. Bei den Männern bleibt er stehen und ruft: „Da ist es ja! Siehst du, wir haben es gefunden!“ Ich kann nicht genau erkennen, worum es sich handelt, aber es muss sehr wichtig für das Mädchen sein, das das Wiederfinden noch gar nicht realisiert hat. „Die Oma hat es gemacht,“ erklärt der Mann den Umstehenden, und zu seiner Tochter gewandt: „Wir haben es wiedergefunden – danken wir dem Universum,“ – kurze Pause und leicht fragend: – „oder Gott.“

Ein Impuls

Eine Alltagsfreude, die noch ein bisschen Zeit braucht, um sich ganz auszubreiten, bei der Tochter und beim Vater auch, der für seine Dankbarkeit noch den Adressaten sucht. Es muss eine große Erleichterung gewesen sein. Ob nun Universum oder Gott, es greift auf etwas Größeres aus. Im Nachhinein wurde mir deutlich, dass ich mitten in einem Gleichnis Jesu war. Um zu erklären, was dieser sperrige Begriff „Reich Gottes“ bedeutet, greift er auf den Alltag zurück. Die Sache mit Gott hat mit Freude zu tun und mit Erleichterung. Bei Jesus ist es eine Frau, die im Haus eine verlorene Münze sucht und, als sie sie gefunden hat, in ihrer Freude die Nachbarinnen zusammenruft, damit sie sich mit ihr freuen. Das geht auch auf dem U-Bahnsteig.

Verweilen in der Gegenwart

Lebendiges Dasein: Nimm den Ort wahr, an dem du jetzt bist, als wäre es das erste Mal. Dann nimm dich wahr, wie du an diesem konkreten Ort bist. Für ein paar Augenblicke einfach da sein wollen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.