
Freitag, 6. März
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Von Vercelli nach Mortara
Der Weg lässt sich mit einem Wort beschreiben: Reis. Früh erreiche ich das angepeilte Ziel, Robbio. Der Ort ist ausgestorben, wie bei Don Camillo, der nur von einem Hund begleitet seine Prozession macht. Alle anderen haben sich vor Peppones Schlägern versteckt. In Robbio gibt es nicht einmal einen Hund. Ein Hotel auch nicht, das einzige am Platze ist wohl schon länger geschlossen. Frustriert beschließe ich, weiterzuziehen, der Zug bringt mich nach Mortara. Mangels offenem Tabaccaio, wo man die Tickets kauft, eben ohne Ticket.
Ein Impuls
Frust gehört dazu. Nicht nur beim Pilgern. Es kann ordentlich in einem nagen, wenn etwas nicht so läuft, wie geplant, oder wenn etwas misslungen ist. Hätte, sollte, wenn… Mit Blick auf den Tag oder die vergangene Woche: Was war frustrierend? Dabei die Situation anschauen, aber sie nicht zu sehr wieder hochkommen lassen, sondern sich vielmehr daran erinnern, dass es von Gott heißt: Das Krumme machst du gerade. Wie das geschieht? Durchaus sehr kreativ, zum Beispiel durch einen Zug ohne Ticket.
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht Segen. Ein Segen aus Psalm 91: Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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