5.3.26 Alltagspilgern. Schritt für Schritt auf der Via Francigena. Blog und Podcast auf Ostern hin

Donnerstag, 5. März

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Von Santhià nach Vercelli

Diese Etappe ist fast 26 km lang, aber dafür topfeben. Es geht durch die Reisfelder der Po – Ebene. Je nach Wachstumsphase der Pflanzen sehen die Reisfelder anders aus. Mal führt der Weg zwischen flachen Seen, die wie große Spiegel in der Landschaft liegen, mal zeigt sich ein erstes Grün und mal sind die Pflanzen ausgewachsen, so dass sie wie ein Teppich den Weg säumen. Zwischen den Feldern verlaufen Kanäle. Da muss man aufpassen, dass man die richtige Abzweigung nimmt, um nicht unvermittelt vor einem Kanal zu stehen, der gerne mal ein Meter breit ist. Mit Karte und Markierungen komme ich aber gut durch und erreiche Vercelli.

Ein Impuls

Ich gehe gerne in den Chinesischen Garten im Bethmann-Park, der einer botanischen Meditation gleicht. Mitten in der Stadt strahlt er eine Ruhe aus. Ich genieße die Stille, die durch das Schnattern der Gänse durchbrochen wird, das Lichtspiel auf dem kleinen Weiher, erste Knospen und Blüten. Ob Reisfelder, Forsythien oder etwas ganz anderes, immer wieder gibt es solche Schönheitsmomente des Alltags. Vielleicht magst du heute auf sie besonders achten.

Verweilen in der Gegenwart

Pilgern braucht gute Orte: Für ein paar Minuten sich bequem setzen. Den Atem wahrnehmen und die Gedanken ziehen lassen. Sich vom Atem in die Körpermitte einladen lassen. Vielleicht ist es dort ganz angenehm? Oder an einer anderen Stelle? Ein guter Ort kann sich zeigen, manchmal auch nicht. Es geschehen lassen. Verweilen. Und mit einem guten Atemzug vom Innen ins Außen kommen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.