11.10.24 Übergänge. Herbstblog

Freitag, 11. Oktober

Audio

Das Gedicht – von Hanns-Dieter Hüsch

Psalm

Solange in meinem Herzen
Und in meinem Kopf der Gesang
Von Liebe und Zuversicht wohnt
Das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten
Zu spüren ist
Freundschaft und Friede mit allen Kreaturen
In meinen Augen sitzen
Solange wird es auch diese Erde geben
Mit all ihren Menschen
Die guten Willens sind
Die über sich hinauswachsen
Und es eines Tages doch noch schaffen
Den Halsabschneidern und Blutsaugern
Kindermördern und Frauenschändern
Und ihren feinen Handlangern im Hintergrund
Das Handwerk zu legen
Auf daß die Erde Heimat wird für alle Welt
Solange unsere Herzen dafür schlagen
Daß sich die Utopie erfülle
Im Kleinen wie im Ganzen
Solange wir leben und wachsen
Solange gibt es sie auch.

Ein Impuls

Im Kopf der Gesang von Liebe und Zuversicht. Freundschaft und Friede in den Augen. Und heute: Im Kopf das Geschrei von Endzeitstimmung und Misstrauen in den Augen. Es geht nicht um die rosarote Brille, die setzt Hüsch in seinem Psalm nicht auf. Im Gegenteil schaut er genau hin, mit der Haltung der Liebe und Zuversicht. Was habe ich in den Augen?

Der Weg in die Gegenwart

Auf den Blick achtgeben.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

Quelle

Hanns Dieter Hüsch, Psalm, in: Höre Gott! Hg. v. Paul Konrad Kurz