Audio: Text und Impuls
Das Gedicht: Joseph von Eichendorff, Mondnacht Str. 1
Es war, als hätt’ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.
Der Impuls
„Es war, als hätt der Himmel die Erde still geküßt.“ Das Gedicht beginnt und endet in der dritten Strophe mit dem Konjunktiv, es hält eine besondere Schwebe. Nicht ein festnagelnder Indikativ „So ist es“, sondern die Weite der Möglichkeit. Eine ganz zärtliche Berührung geschieht da, still, ins Träumen geleitend. Vielleicht findet sich heute ein Moment, wo die Gedanken spazieren können und Träume einen Raum haben.
Der Weg in die Gegenwart: Der heutige Abschnitt
Bei dem Wort, dem Satz, bei der Formulierung, die dich anspricht, verweile und komme den Tag über immer wieder einmal darauf zurück.
Audio II: Das ganze Gedicht

Träumen, aber nicht hängen bleiben in Träumen. Mutig sein, auch aufsteigen aus dem Blütenschimmer und sehen, dass der Himmel auch auf Erden sein kann, wenn wir den Träumen nur folgen und uns von ihnen auch wach küssen lassen.
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