
Nach der Staffel mit der Via Francigena geht es nun durch die Osterzeit. Wie mag es Maria Magdalena und all den anderen ergangen sein? Jesus lebt und sie begegnen ihm. Und dann? Kommt Bewegung in das Ganze, die Apostelgeschichte berichtet davon, jedoch auch nur in Auszügen. Von einigen markanten Personen wird erzählt, wie von Petrus und Paulus, von anderen nicht.
Doch wie veränderte sich der Alltag der einen wie der anderen? Es dauert nicht lange und die ersten Legenden entstehen. Später, im Mittelalter, bringt Jacob von Voragine eine ganze Sammlung an Legenden heraus. Manches ist arg übertrieben und klingt in heutigen Ohren kitschig, anderes ist frei erfunden mit weitreichender Wirkung, zum Beispiel bei Maria Magdalena. Doch haben sie einen goldenen Kern: Es sind Berichte von Heiligen, also von Menschen, die auf ihre Weise – wie Maria Magdalena und die anderen – Jesus begegnet sind. „Legenda Aurea“ heißt diese Sammlung, die „goldene Legende.“
Blog und Podcast werden sich bis Pfingsten auf die Suche nach goldenen Momenten von Ostern im Alltag machen, nicht auf das Spektakuläre, sondern auf das Kleine, auf den Goldstaub achten.
Denn in Anlehnung an Madeleine Delbrêl, die vom „Zeitstaub“ sprach, der uns im Alltag für Gott zur Verfügung steht, ist es in der Regel nicht so, dass Gott uns sozusagen einen Goldbarren seiner Gegenwart in die Hand gibt, wohl aber etwas Goldstaub, der sich hier und da verteilt und uns daran erinnert: Das Leben lebt.

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.