Alltagspilgern

Pilgern kennt das Aufbrechen, das Ankommen und die Zeit dazwischen. Der Weg ist nicht schon das Ziel, aber er führt – mehr oder weniger direkt – zum Ziel. Schon deshalb ist der Weg nicht gleichgültig. Der Weg kann die, die ihn gehen, an Körper, Geist und Seele verändern. Das macht das Pilgern zu einer besonderen Auszeit, ob sie nun ein paar Stunden, einen Tag, eine Woche oder viel länger dauert. Meist ist man zu Fuß unterwegs, der ursprünglichsten Fortbewegungsart des Menschen. Man kann aber auch mit dem Fahrrad pilgern, mit dem Boot, im Rollstuhl oder mit dem Bus. Es gibt kein richtig oder falsch.

„Alltagspilgern“ klingt etwas merkwürdig. Ich soll im Alltag pilgern, zwischen Arbeit und Einkauf, Familie und dem ganz normalen Wahnsinn? Der Alltag ist oft schrecklich banal und kommt nicht gerade geistlich daher. Aber wenn es stimmt, dass das Leben eine Pilgerreise zu einem Ziel ist, das alles übersteigt, was wir ersehnen, dann ist der Alltag ein ziemlich langer Weg zu diesem Ziel, das wir Gott nennen.

In diesem Sinne begibt sich der Blog auf die Wege des Alltags, auf der Suche nach den Pilgerzeichen, die auf das Ziel hinweisen.