10.4.26 Alltagspilgern. Schritt für Schritt auf der Via Francigena. Blog und Podcast auf Ostern hin

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Von Campagnano di Roma nach La Storta

Über eine Nebenstraße verlasse ich Campagnano. Von ferne sehe ich mitten im Wald ein Kloster, das sich hell vom dunklen Wald und dem nicht minder dunklen Himmel abhebt. Es geht ein kleines Tal bergab, über den Bach und wieder bergauf. Am Kloster komme ich vorbei, als ein Regenschauer niedergeht, der jedoch nur von kurzer Dauer ist. Weiter geht es über Staubpisten, hoch und runter. Dass die Landschaft um Rom so abwechslungsreich und zerfurcht ist, hätte ich nicht gedacht. Der Weg wird schmaler und beim nächsten Bach gibt es keine Brücke mehr. Doch über einige Steine gelange ich ans andere Ufer. Weiter geht es über Isola Farnese bis nach La Storta. Rom hat sich mittlerweile bis hierher ausgedehnt. Ich übernachte am Rande der Stadt, morgen steht die letzte Etappe an.

Ein Impuls

Ignatius von Loyola hatte in La Storta Mut gefasst. „Ich werde euch in Rom gnädig sein“ sagte Christus in einer Vision zu ihm. Es war unsicher, wie die Reaktion sein werde für sein Vorhaben, einen Orden zu gründen. Hab Mut, würden wir heute sagen. Mit Blick auf die vergangene Woche: Was hat Mut gemacht?

Verweilen in der Gegenwart

Pilgern braucht gute Orte: Für ein paar Minuten sich bequem setzen. Den Atem wahrnehmen und die Gedanken ziehen lassen. Sich vom Atem in die Körpermitte einladen lassen. Vielleicht ist es dort ganz angenehm? Oder an einer anderen Stelle? Ein guter Ort kann sich zeigen, manchmal auch nicht. Es geschehen lassen. Verweilen. Und mit einem guten Atemzug vom Innen ins Außen kommen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.