
Donnerstag, 9. April
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Von Sutri nach Campagnano di Roma
Der erste Abschnitt der heutigen Etappe führt wieder über staubige Pisten bis nach Monterosi. Die Wegführung benutzt ab hier die Via Cassia. Das ist Grund genug, den Bus zu nehmen, denn die Cassia ist hier vierspurig wie eine Autobahn ausgebaut. In einem Tabaccaio bekomme ich die Busfahrkarte. Einen genauen Fahrplan gibt es wohl nicht, so in 1 ½ Stunde solle der Bus fahren. Die Bushaltestelle liegt an einem Wendekreisel. Ich hocke erst auf dem Bordstein, später auf einer Bank. Immer, wenn ein Bus kommt, stehe ich auf, nehme den Rucksack und frage den Busfahrer, ob er nach Campagnano fahre. „Va a Campagnano?“ „No“ lautet die Antwort. Das geht eine gute Stunde so, ungefähr zwölfmal. Doch dann höre ich endlich das erlösende „Si“. Der Bus nimmt die Cassia und bringt mich ans Ziel des Tages. Aus dem Fenster sehe ich hier und da ein Pilgerzeichen. Tatsächlich soll man den Standstreifen nehmen.
Ein Impuls
Gebet, Meditation, Kontemplation kann manchmal sein wie am Busbahnhof von Monterosi. Da will man aufbrechen in die Betrachtung, doch einsilbig gibt es ein „no.“ Die Gedanken zerstreuen sich und selbst wenn der Atem wunderbar fließt, will sich nichts Rechtes einstellen, als ob Gott einem sagte, das ist der falsche Bus. Dann ist es nicht leicht, dranzubleiben. Doch vielleicht wird sich etwas ändern. Gott weiß besser, wann der richtige Moment da ist, damit die Seele getröstet wird. Oder mit dem Bild aus Monterosi: Wann der richtiger Bus da ist.
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht sehen: Nimm dir etwas Zeit, vielleicht 5 Minuten, um etwas Natürliches anzuschauen. Nur schauen, nichts weiter wollen oder erklären: einen Baum, eine Blume, die Wolken …
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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