
Mittwoch, 8. April
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Von Vetralla nach Sutri
Auch heute geht es darum, den Weg zu finden, jedoch nicht so dramatisch wie gestern. Ab und zu ist es unklar, doch im Großen und Ganzen finde ich den Weg über Pisten, durch Hohlwege im Tuff und auch ab und zu an der Straße. Ich staune über die Landschaft, einerseits dachte ich, dass ich das Land um Rom gut kenne, habe ich doch sieben Jahre in der ewigen Stadt gelebt. Andererseits nehme ich es anders und auch intensiver wahr. In meiner Vorstellung müsste es längst durch endlose Gewerbegebiete und Vororte gehen. Doch das ist nicht der Fall, vielmehr schenkt auch diese Etappe einen Weg durch eine besondere Landschaft.
Ein Impuls
Wir haben immer wieder Vorstellungen, wie es sein muss. Das ist oft sogar sehr hilfreich, wenn ich nicht immer sozusagen von Null anfangen muss. Manchmal jedoch ist die Wirklichkeit einfach anders als meine Vorstellungen. Merkwürdigerweise fällt es dennoch schwer, die eigene Sichtweise zu verändern. Das passiert mit Blick auf die Welt, mit Blick auf Menschen und auch auf Gott. Wie bereit bin ich, mich überraschen zu lassen und anzunehmen, dass es manchmal anders ist als gedacht?
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht Achtsamkeit: Gönne dich ein wenig dir selbst. Nimm wahr, wie es jetzt ist. Schenke dir einen freundlichen Blick. Lass den Atem strömen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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