2.4.26 Alltagspilgern. Schritt für Schritt auf der Via Francigena. Blog und Podcast auf Ostern hin

Donnerstag, 2. April

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Von Aquapendente nach Bolsena

Fast ausschließlich über Pfade führt der Weg immer mehr in Latium hinein. Die Landschaft hat einen anderen Charakter als die Toskana. Während jene oft kultiviert und in gewissem Sinne vornehm erscheint, wird es jetzt unbändiger. Auf dem typischen Tuffgestein wächst eine ungezähmte und üppige Vegetation. Doch so schön auch diese Landschaft ist, der Weg zieht sich und es dauert länger als ich dachte, bis ich schließlich hinabsteige in den Krater und unten am fast kreisrunden Lago di Bolsena ankomme. An diesem Tag wird die große Fronleichnamsprozession begangen in Erinnerung an das Blutwunder, das eines der Ursprünge des Fronleichnamsfestes ist. Doch bevor ich zur Prozession gehe, suche ich eine Unterkunft. Ich habe Glück, und der Portier eines Hotels meiner Preisklasse vermittelt mich an ein sehr vornehmes Hotel, wo ich ausgesprochen günstig nächtigen kann.

Ein Impuls

Heute ist der Tag, ohne den es kein Fronleichnam gäbe. Es ist auch nicht das Blutwunder, um das es letztlich geht, sondern um Gottes Liebe selbst. Empfangen und Geben. Gott ist nur Liebe, dieser Gesang aus Taizé passt besonders zum heutigen Tag:

Gott ist nur Liebe
Wagt, für die Liebe alles zu geben.
Gott ist nur Liebe.
Gebt euch ohne Furcht.

Der Gesang zum Hören

Verweilen in der Gegenwart

Pilgern braucht Achtsamkeit: Gönne dich ein wenig dir selbst. Nimm wahr, wie es jetzt ist. Schenke dir einen freundlichen Blick. Lass den Atem strömen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.