
Dienstag, 31. März
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Von Buonconvento nach Bagno Vignoni
Der Weg heute ist in gewisser Weise ein Grenzweg. Radicofani liegt auf knapp 800 Metern Höhe auf einer Bergspitze. Ich steige von der Seite der Toskana auf, der Abstieg morgen führt nach Latium, dem Land um Rom. Damit kommt das Ziel näher. Doch will jeder Tag gegangen werden. Es führt heute über die wenig befahrene Cassia, die hier eine absolute Nebenstraße ist und dann stetig bergauf zum Ziel. In der Ferne liegt der Monte Amiata, der mythische Berg der Toskana. Er ist noch höher und ich bin froh, dass ich ihn umgehen kann. In Radicofani erlebe ich viele unterschiedliche Begegnungen: Ich treffe den Pfarrer des Ortes, der mir sagt, dass heute der Bischof kommt. Den sehe ich in einer schönen italienischen Messe von Ferne. Der angespannte Pilger, den ich vor ein paar Tagen gesehen habe, ist auch da, immer noch gespannt wie ein Bogen. Ich übernachte in einem kleinen Hotel, bin aber zum Abendessen eingeladen im Pilgerhospiz, wo ich eine langen Erzählabend mit der ladinischen Wirtin und einer Pilgerin aus Südafrika verbringe, die jetzt in Irland lebt.
Ein Impuls
Beim Pilgern hatte ich es mir angewöhnt, am Abend mich an die Menschen zu erinnern zu erinnern, die ich unterwegs getroffen habe. Wo ich jetzt den Blog und Podcast schreibe, erinnere ich mich gerne an jenen Abend in einem kleinen Ort auf dem Berg. Der Impuls heute ist eher etwas für den Abend: Wer ist dir heute begegnet? Wie die Begegnung auch war, sie in Gottes Hand legen.
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht Proviant: Heute ganz bewusst essen, ohne Ablenkung durch Zeitung, Fernsehen, Radio, Handy … Gut kauen und auf den Geschmack kommen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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