
Samstag, 28. März
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Von Siena nach Monteroni d‘Arbia
Durch die Crete Senesi führt heute der Weg fast gänzlich abseits der Straßen. Das tut gut und ist auch eine besondere Entdeckung, denn ich nehme die Landschaft und ihre herbe Schönheit ganz anders wahr als bei der Fahrt mit dem Auto. Es geht an einer verfallenen Klosteranlage vorbei, wo Restaurierungsarbeiten begonnen wurden. Vorbei an Cuno, einem mittelalterlichen Gutshof geht es nach Monteroni. Das ist zwar eigentlich kein Etappenort, sondern liegt etwas abseits der Via Francigena, bietet aber Unterkunftsmöglichkeiten. Der Tag klingt aus mit einem guten Essen in einer kleinen Trattoria.
Ein Impuls
Ich sitze am frühen Abend in der S Bahn und fahre stadteinwärts. Eine Gruppe Jugendlicher steigt zu. Das Gespräch dreht sich darum, wo man etwas essen gehen möchte. Anscheinend wird der Abend lang und man braucht eine Stärkung. Die Entscheidungsfindung ist nicht ganz einfach. Fast vor jeder Station wird überlegt, wo man dort hingehen kann, diese Dönerbude, jene Pizzeria … Schließlich kommt man überein, am Hauptbahnhof auszusteigen und dort sich umzuschauen. „Let it flow“, lass es fließen, geht mir durch den Kopf. Beim Pilgern war das einfacher. Irgendetwas wird sich schon finden. Vielleicht ist man auch genügsamer. Wie auch immer, sich Freiraum gönnen ist eine gute Übung, beim Pilgern und auch sonst.
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht gute Orte: Für ein paar Minuten sich bequem setzen. Den Atem wahrnehmen und die Gedanken ziehen lassen. Sich vom Atem in die Körpermitte einladen lassen. Vielleicht ist es dort ganz angenehm? Oder an einer anderen Stelle? Ein guter Ort kann sich zeigen, manchmal auch nicht. Es geschehen lassen. Verweilen. Und mit einem guten Atemzug vom Innen ins Außen kommen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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