
Donnerstag, 26. März
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Von San Giminiano nach Colle Val d’Elsa
Diese Etappe verlief sehr anders als geplant. Es regnete. Nicht nur ein bisschen, sondern aus allen Schleusen des Himmels. Blitz und Donner waren auch dabei. Ich zögerte den Aufbruch hinaus, doch es wurde eher schlimmer als besser. Also nahm ich den Bus, die Haltestelle war nur 5 Minuten entfernt, doch das reichte, um ordentlich nass zu werden. In Colle Val d’Elsa angekommen, klart es auf, die Sonne scheint. Ich bedauere die Strecke nicht gegangen zu sein und fühle mich ein wenig wie Petrus, der beim Sturm verzagte: „Du Kleingläubiger.“
Ein Impuls
Ich sitze im chinesischen Garten an der Mauer neben dem Eingang. Die Sonne scheint und die Leute genießen den Tag und staunen über die zarte Frühlingspracht des Gartens. Ein Paar kommt herein und sie sagt zu ihrem Begleiter: „Oh, wie schade! Wir sind zu spät. Es ist schon verblüht.“ Sie haben sich dann doch den Garten angeschaut. Blüten gab es ja noch viele. Und Duft auch. Enttäuschungen sind erst einmal nicht schön. Sie gehören zum Leben dazu. Wie gehe ich mit ihnen um? Welchen Raum haben sie? Gelingt es, nach einer Weile den Blick wieder zu öffnen und die Blüte zu sehen?
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht Rast: Sich eine Pause gönnen. Den Ort wahrnehmen, an dem du bist, als würdest du ihn zum ersten Mal sehen. Dann nimm dich wahr an diesem konkreten Ort, dem Wohnzimmer, der Parkbank, im Bus … Für ein paar Augenblicke einfach da sein wollen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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