22.3.26 Alltagspilgern. Schritt für Schritt auf der Via Francigena. Blog und Podcast auf Ostern hin

Sonntag, 22. März

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Von Lucca nach Altopascio

Die Etappe heute ist ein großer Gegensatz zu gestern. Begleitete mich gestern die vielfältige Natur, so führt der Weg heute hauptsächlich an stark befahrenen Straßen entlang und Autos und Lastwagen begleiten mich. Kurz vor Altopascio muss ich an einem riesigen Kreisverkehr vorbei. Eine gute Viertelstunde brauche ich, um jeweils die Lücke zu finden und die Abzweigungen zu queren. So bin ich froh, Altopascio zu erreichen.

Ein Impuls

Mein Balkon liegt gegenüber der Einfahrt des Krankenhauses. Regelmäßig bilden sich Autoschlangen, wenn der Parkplatz schon voll ist. Das Ganze ist etwas unglücklich angelegt, weil in der Einfahrt oft Lieferwagen eine Spur versperren, zudem liegt die Einfahrt in die Tiefgarage des Wohnhauses so, dass sie von wartenden Autos leicht blockiert wird. Das hat Potential für Diskussionen. Nicht so an diesem Tag. Einer macht Platz, damit ein anderer vorbeifahren kann, einfach so und ohne Hupe. Das mit der Schlange kenne ich auch in der Meditation. Hier sind es die Gedanken, die sich manchmal stauen. Gott hupt nicht. Er wartet geduldig auf die Lücke. Ob ich Platz mache?

Verweilen in der Gegenwart

Pilgern braucht Achtsamkeit: Gönne dich ein wenig dir selbst. Nimm wahr, wie es jetzt ist. Schenke dir einen freundlichen Blick. Lass den Atem strömen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.