
Samstag, 21. März
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Von Lido di Camaiore nach Lucca
Von der Küste geht es durch eine abwechslungsreiche Landschaft Richtung Lucca in der Toskana. Ordentlich auf und ab führt der Weg durch das Küstengebirge. Von der Straße über den Forstweg bis zum schmalen, von Dornengestrüpp überwucherten Pfad ist alles dabei. Ich sehe das Meer, die Hügel und Berge mit Olivenbäumen und eine Flussebene. In einem kleinen Ort mache ich Rast. Als ich hinter der Kirche um die Ecke biege, höre ich vertraute Stimmen: Meine Pilgerfreunde hatten die gleiche Idee! Wir freuen uns sehr, dass wir uns nochmals begegnen, denn für die beiden ist in diesem Jahr Lucca das Ziel. Wir verabreden uns für den Abend und ziehen getrennten Weges weiter.
Ein Impuls
Es war eine unverhoffte Begegnung. Es ist erstaunlich, wie und wo man manchmal Menschen trifft, so ganz ohne Plan. Madeleine Delbrêl wusste, dass das auch auf Gott zutrifft, ja, dass das seine bevorzugte Begegnungsart ist, einfach unverhofft da zu sein. Um ihm zu begegnen, gibt es kein Patentrezept. Madeleine beschreibt es so:
Wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist,
und nicht erst am Ziel.
Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden,
sondern lasst euch von ihm finden
in der Armut eines banalen Lebens.
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht gute Orte: Für ein paar Minuten sich bequem setzen. Den Atem wahrnehmen und die Gedanken ziehen lassen. Sich vom Atem in die Körpermitte einladen lassen. Vielleicht ist es dort ganz angenehm? Oder an einer anderen Stelle? Ein guter Ort kann sich zeigen, manchmal auch nicht. Es geschehen lassen. Verweilen. Und mit einem guten Atemzug vom Innen ins Außen kommen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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