
Dienstag, 17. März
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Von Pontrémoli nach Aulla
Eine gewisse Müdigkeit macht sich breit. Der Weg führt weiter das Gebirge herunter Richtung Meer. Vielleicht ergibt es sich, dort eine Pause zu machen. Denn erst dachte ich, ich hätte mir eine Erkältung gefangen, doch war es wohl eher die Überquerung des Apennin, die sich bemerkbar macht. So wird es eine unspektakuläre Etappe. Vielleicht, weil ich nicht den Sinn dafür habe, mich groß umzuschauen und einfach gehe, vielleicht, weil die Etappe eben so ist. Doch komme ich an und meinem Ziel wieder ein Stückchen näher.
Ein Impuls
Morgens irgendwie in den Tag gestolpert, aber alles auf die Reihe bekommen. Es steht nichts Besonderes an, außer dem Alltag natürlich, der in seinem Tempo fließt. Es reißt mich nicht mit und bringt mich nicht außer Atem. Am Abend klingt der Tag einfach aus. Ich glaube, solche Tage gibt es ziemlich häufig. Sie erden einen. Das gilt auch für das geistliche Leben und ist ein gutes Übungsfeld. Da gibt es die besonderen Erfahrungen und da gibt es die gewöhnlichen Erfahrungen. Dass ich letztere nicht geringschätze, sondern sie wahrnehme als das, was sie sind: mein geistliches Leben. Madeleine Delbrêl fand dafür das Bild des Butterbrotes. Wir wollen ein drei Gänge Menü und übersehen dabei, dass Gott uns ein Butterbrot eingepackt hat.
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht Achtsamkeit: Gönne dich ein wenig dir selbst. Nimm wahr, wie es jetzt ist. Schenke dir einen freundlichen Blick. Lass den Atem strömen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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