
Freitag, 13. März
Audio
Von Fidenza nach Fornovo
Der Weg geht wieder durch eine Landschaft, die einem Park ähnelt, nur dass der Rasen hier Raps ist. Die leichten Hügel künden an, dass der Apennin, das Gebirge, das Italien von Küste zu Küste durchzieht, näherkommt. Doch noch geht es durch die Ebene und auch dieser Tag will gegangen werden. Es ist ein sehr heißer Tag, das Thermometer klettert über 40° Grad. Früh bin ich aufgebrochen und das verführt mich, einen Etappenort zu überspringen, weil es ja noch nicht so spät ist. Dadurch wird die Etappe zu lang und ich bin froh, endlich im Hotel angekommen zu sein.
Ein Impuls
Wie weit kann ich gehen? Diese Frage stellt sich nicht nur beim Pilgern, ja, sie ist fast alltäglich. Jeden Tag finde ich neu den Weg, die Anzahl von Aufgaben, die Entscheidungen oder Begegnungen, die heute dran sind. Das kann ich nicht immer steuern, sondern der Tag bringt das Seine dazu. Oft passt es am Abend, manchmal erscheint die Etappe zu kurz und manchmal weiß ich, das ging zu weit. Mit Blick auf den heutigen Tag oder die vergangene Woche: Wie war die Balance? Wo hat Gott das Seine dazugegeben?
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht Achtsamkeit: Gönne dich ein wenig dir selbst. Nimm wahr, wie es jetzt ist. Schenke dir einen freundlichen Blick. Lass den Atem strömen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.