11.3.26 Alltagspilgern. Schritt für Schritt auf der Via Francigena. Blog und Podcast auf Ostern hin

Mittwoch, 11. März

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Von Calendasco nach Piacenza

Die Etappe ist recht kurz. Das schenkte mir Zeit in Piacenza. Lag Calendasco noch vor den Toren der Stadt auf dem Land, so ändert sich der Weg jetzt zusehends. Es geht an Industrien vorbei und auf dem Gehweg durch die Vororte bis in die mittelalterliche Stadt mit ihrem romanischen Dom, in dem ich lange verweile.

Ein Impuls

Piacenza war ein Freiraum – Tag. Solche Tage zu finden ist nicht immer leicht, beim Pilgern nicht und im Alltag auch nicht. Hier wie dort will man ja irgendwo ankommen. Doch geht es manchmal schneller, wenn es langsamer geht. Dann nehme ich mehr wahr und intensiver. Es hilft, mehr bei sich zu sein, um dann wieder aufzubrechen. Es muss nicht ein ganzer Tag sein, doch ein bisschen Zeit findet sich, um da zu sein. Madeleine Delbrêl nennt das den „Zeitstaub zusammenkehren.“ Für sie ist es ein Gebet, das den Tag durchzieht und Struktur gibt.

Verweilen in der Gegenwart

Pilgern braucht gute Orte: Für ein paar Minuten sich bequem setzen. Den Atem wahrnehmen und die Gedanken ziehen lassen. Sich vom Atem in die Körpermitte einladen lassen. Vielleicht ist es dort ganz angenehm? Oder an einer anderen Stelle? Ein guter Ort kann sich zeigen, manchmal auch nicht. Es geschehen lassen. Verweilen. Und mit einem guten Atemzug vom Innen ins Außen kommen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.