
Freitag, 27. Februar
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Von Aosta nach Châtillon
Zunächst geht es durch Aosta. Mit Karte und Wegmarkierungen (hier ist es ein „F“) finde ich den Weg. Italienische Wege sind anders als die in der Schweiz, stelle ich fest. Sie verlaufen an der Straße oder sind zugewachsen. Manchmal ist der Weg kaum einen Fuß breit und ich balanciere auf dem Rinnstein eines Bewässerungskanals. Definitiv kein Sonntagsspaziergang, aber machbar. Doch wie in der Schweiz führen sie durch eine schöne Landschaft, die hier mit dem Rot des Klatschmohns gesprenkelt ist. Rastplätze sind eher selten. In der Schweiz habe ich immer eine Bank fürs Picknick gefunden, hier muss ich erst umdenken, dass ein Baumstamm auch eine prima Sitzgelegenheit ist.
Ein Impuls
Mittwoch war der erste warme Tag in diesem Jahr. Nach morgendlichem Grau hat sich der Himmel blau gefärbt. Auf dem Spielplatz im Anlagenring herrscht Hochbetrieb. Alle genießen diese zaghafte Vorhut des Frühlings. Die Winterwege ändern sich. Man kann anders draußen sein. Du kannst auf diesen Tag oder die vergangene Woche schauen: Welche alltäglichen Entdeckungen hast du gemacht? Wo hast du sozusagen „um die Ecke gedacht“? Wie waren die Wege beschaffen? Und was war das Schönste in dieser Zeit?
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht gute Orte: Für ein paar Minuten sich bequem setzen. Den Atem wahrnehmen und die Gedanken ziehen lassen. Sich vom Atem in die Körpermitte einladen lassen. Vielleicht ist es dort ganz angenehm? Oder an einer anderen Stelle? Ein guter Ort kann sich zeigen, manchmal auch nicht. Es geschehen lassen. Verweilen. Und mit einem guten Atemzug vom Innen ins Außen kommen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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