
Mittwoch, 25. Februar
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Von Orsières nach Bourg St. Pierre
Der Weg lässt mich eine kleine Zeitreise machen. Das Ziel liegt auf gut 1.600 m Höhe und der Frühling zieht sich Höhenmeter um Höhenmeter zurück. Oben liegen noch Schneereste, obwohl es regnet, fühlt es sich winterlich an. Hier endet der Schweizer Teil der Francigena für mich. Es gibt eine Lawinenwarnung und der Pass ist unpassierbar. Morgen geht es mit dem Bus nach Aosta. Einerseits bedauere ich, nicht über den Pass gehen zu können, andererseits gebietet es die Vernunft.
Ein Impuls
Eine Woche ist schon vergangen seit dem Aufbruch in Lausanne. In dem kleinen Bergdorf habe ich auf meine erste Pilgerwoche geschaut. Das Gehen half mir, zur Ruhe zu kommen. Ein merkwürdiges Paradox, sich bewegen und ruhig werden. Eine Woche ist schon vergangen seit Aschermittwoch. Wie war die erste Woche der Fastenzeit? Gab es einen besonderen Moment? Für was mag ich Gott danken und um was bitten mit Blick auf die vergangene Woche? Mit diesem „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ auf die Woche schauen.
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht Rast: Sich eine Pause gönnen. Den Ort wahrnehmen, an dem du bist, als würdest du ihn zum ersten Mal sehen. Dann nimm dich wahr an diesem konkreten Ort, dem Wohnzimmer, der Parkbank, im Bus … Für ein paar Augenblicke einfach da sein wollen.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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