
Dienstag, 24. Februar
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Von Martigny nach Orsières
Hindernisse. Der Weg wird steiler, Orsières liegt immerhin auf knapp 900 m Höhe. Der Winter hat seine Spuren hinterlassen und an zwei Stellen liegen Reste kleiner Lawinenabgänge über dem Weg. Vorsichtig kraxele ich über den verharschten Schnee, der zwar nicht mehr sehr hoch liegt, aber doch rutschig ist. Bald schon ist wieder der Weg da, völlig schneefrei geht es zum Zielort. Angesichts der Lawinen und des angekündigten Wetterumschwungs werde ich wohl nicht über den Pass gehen können. Diese Einsicht reift beim Gehen. In Bourg St. Pierre werde ich wohl den Bus nehmen.
Ein Impuls
Manche Hindernisse kann ich überwinden, andere muss ich umgehen, manchmal vielleicht sogar umkehren. Das begegnet einem fast täglich. Am Sonntag habe ich versucht, es einmal umzukehren. Beim Regenspaziergang war nicht viel los und mit der entsprechenden Ausstattung ging es ganz gut. Im Park hatten sich viele Pfützen gebildet. Warum ausweichen, denke ich mir und will einfach durch die Pfützen gehen. Gar nicht so einfach, die Füße versuchen doch drüberzusteigen. Es gibt Hindernisse von außen und solche, die ich vielleicht selbst gelernt habe. Vielleicht lohnt es sich, an diesem Tag den Hindernissen, die er mit sich bringt, etwas Aufmerksamkeit zu schenken – und den eigenen Strategien, mit ihnen umzugehen. Vielleicht gibt es ja doch einen Weg.
Verweilen in der Gegenwart
Pilgern braucht Atem: Der Atem bewegt sich zwischen innen und außen, außen und innen. Achte auf deinen Atem, wie er kommt und geht, wie er Weite schenkt und wie du ausatmend etwas lassen kannst.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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