23.2.26 Alltagspilgern. Schritt für Schritt auf der Via Francigena. Blog und Podcast auf Ostern hin

Montag, 23. Februar

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Von St. Maurice nach Martigny

Weiter geht es Richtung großen Sankt Bernhard das Rhonetal entlang. Ich bin im Mai gestartet und der Frühling grüßt am Wegesrand mit blühendem und duftendem Flieder. Dann geht es viel durch Wald und ich spüre meinen Körper, der durch die viele Bewegung offensichtlich irritiert ist. Kurz vorm Ziel mache ich noch einmal eine Pause und komme schließlich an. In Martigny biegt das Rhonetal in einem großen Bogen ab und die Francigena folgt in einem Seitental weiter der Dranse. Schon die Römer waren an diesem Verkehrsknotenpunkt und haben unter anderem eine Straße hinterlassen. Hier finde ich zum ersten Mal ein Schild, das nach Rom weist.

Ein Impuls

Und wenn so gar nichts passiert? In den letzten Tagen habe ich einige Anregungen für die Impulse entdeckt, doch so recht passt nichts zu dieser Etappe, die eher unspektakulär war. Aber vielleicht ist es gerade das: Es passiert nichts. Zumindest nichts, was sich heraushebt. So mancher Alltag ist so. Beim Meditieren gibt es das sogar recht häufig: Es passiert nichts. Vielleicht hier und da ein kleiner Gedanke am Wegesrand der Meditation, doch in die Mitte führt sie nicht. Gerade dann kann der Gedanke tröstlich sein: Strecken, auf denen nichts passiert, gehören dazu. Auch sie bringen dem Ziel näher, beim Beten, im Alltag und beim Pilgern auch.

Verweilen in der Gegenwart

Pilgern braucht Proviant: Heute bewusst essen, ohne viel Ablenkung durch Zeitung, Fernsehen, Radio, Handy … Gut kauen und auf den Geschmack kommen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.