21.2.26 Alltagspilgern. Schritt für Schritt auf der Via Francigena. Blog und Podcast auf Ostern hin

Samstag, 21. Februar

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Von Villeneuve nach Aigle

Einen Tag auf einmal. Der Weg verlässt den Genfer See. Nun geht es stetig und mitunter steil bergauf. Die Wanderstöcke kommen zum Einsatz und helfen mir beim Gehen. Gleichwohl kommen mir Zweifel, ob ich es wirklich bis Rom schaffe. Das Ziel liegt in weiter Ferne, die mir unerreichbar erscheint. Macht es überhaupt Sinn? Ich weiß es nicht, doch treffe ich mit mir die Vereinbarung, wenigstens zwei Wochen lang zu gehen. Dann wäre es nicht so peinlich, die Tour zu beenden. Die Einigung bewirkt ein kleines Wunder und ich gehe leichter und mit einem Blick für die Schönheiten am Wegesrand weiter.

Ein Impuls

Der Weg hat ein Ziel und er will gegangen werden, Tag für Tag. Ob die Ankunft gelingt, ist ungewiss; doch sicher ist, wenn ich nicht gehe, werde ich nicht ankommen. Geholfen hat mir beides: Dass ich um das Ziel wusste und dass ich mich auf die Strecke konzentrierte, die ich überblicken konnte. Selbst zwei Wochen waren da noch viel und im Laufe des Pilgerns ging es einfach von Tag zu Tag. Heute ist Samstag, sozusagen die Schwelle zwischen zwei Wochen. Du könntest auf die kommende Woche schauen: Welches Ziel wird sie (vielleicht) haben? Die einzelnen Tage sind die Etappen, die zu gehen sind. Jeden Tag einen Tag, mehr nicht. Mit dieser Perspektive in die Woche starten.

Verweilen in der Gegenwart

Pilgern braucht einen Rhythmus: Gehen. Innehalten. Atmen. Noch einen Moment warten. Weitergehen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.