6.2.26 Auf einem anderen Weg – Spiritualität des Alltags. Blog und Podcast

Freitag, 6. Februar

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Ein anderer Weg

Nichts Besonderes. Am Morgen schaue ich nach draußen. Nach den Schneefällen am Dienstag ist hier in der Stadt alles geschmolzen. Es sieht so aus wie immer. Am Taxistand warten zwei Fahrzeuge auf Fahrgäste aus dem Krankenhaus gegenüber. Dort leuchtet Licht in den Patientenzimmern. Einige Fußgänger und Radfahrer sind unterwegs. Die Vögel stimmen ihr Lied an, im Hintergrund rauscht der morgendliche Verkehr. Es ist ein ganz normaler Morgen in der Stadt. Nichts Besonderes.

Ein Impuls

Mir kam Madeleine Delbrêls Blick auf den ganz normalen Alltag in den Sinn. Dessen Banalität ist ein Gottesort. So ist der Impuls heute ein Abschnitt aus ihrem Gedicht „Fahrradspiritualität“:

Uns willst du, Gott, keine Landkarte geben.
Unser Weg führt durch die Nacht.
Wohin wir zu gehen haben,
erhellt sich Stück für Stück
wie durch die Lampe eines Signals.
Oft ist das einzige, was sich sicher einstellt,
eine regelmäßige Müdigkeit aufgrund
derselben Arbeit, die jeden Tag zu tun ist,
desselben Haushalts, der wieder zu bewältigen ist,
derselben Fehler, die wir bekämpfen,
derselben Dummheiten, die wir unterlassen wollen.
Aber außerhalb dieser Gewissheit
ist alles Übrige deiner Phantasie überlassen, o Gott,
die es sich bei uns gemütlich macht.

Verweilen in der Gegenwart

Eine kleine Pause machen. Die Augen schließen. Den Atem wahrnehmen. Sich von Gottes Atem umfangen lassen. Ausatmen und die Augen öffnen. Den nächsten Schritt machen.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.