Dienstag, 18.November

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Der Blues
Ich bin zum Abendessen beim Italiener, zu dem ich gerne gehe. Er hat eine unkomplizierte und schmackhafte Küche. Eine Besonderheit ist die Decke. Sie ist mit fleckigen Spiegeln ausgestattet. Allzu viel kann man in ihnen nicht sehen. Am Nachbartisch hat ein kleines Mädchen die Decke entdeckt und schaut neugierig und ausdauern nach oben. Was sie wohl entdecken mag?
Ein Impuls
Schon Paulus kannte das, wenn er im 1. Korintherbrief schreibt: Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse. Er meinte damit die Möglichkeiten und Grenzen unserer Gotteserkenntnis und -erfahrung. Ich sehe, doch wie in einem fleckigen Spiegel. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, schreibt Paulus weiter. Und dann kommt noch eine Wendung: Nicht nur ich schaue und erkenne, sondern ich werde erkennen so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Wenn mal wieder das Beten wie ein fleckiger Spiegel erscheint, mag es mich trösten und ermutigen: Du wirst mehr sehen und – mehr noch! – du wirst angeschaut mit einem Blick überfließender Liebe.
Verweilen in der Gegenwart
Musik gestaltet Zeit. Sie hat ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Intervalle. Schenke dem Rhythmus deines Atems und Herzschlags etwas Aufmerksamkeit, dieser Musik des Lebens.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

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