6.11.25 Novemberblues – Blog und Podcast für den November

Donnerstag, 6.November

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Der Blues:

Ich weiß nicht, wie oft ich schon an dieser Fußgängerampel gestanden habe. Man braucht Geduld, bis es grün wird. Der Blick schweift umher, auf die gegenüberliegende Seite, wo aus dem Stadtgraben ein kleiner Park wurde. Platanen säumen den Rand, an dem die Straße verläuft. Bis heute ist es mir nicht aufgefallen, dass diese Reihe schief ist. Die Bäume neigen sich alle in Richtung der Straße, als wollten sie sie überwölben. Es ist immer noch rot und bei einem zweiten Blick fällt mir auf, dass die Bäume nicht nur schief, sondern auch gerade sind. Vom geneigten Hauptstamm wächst es gerade in die Höhe. Das lichte Laubkleid lässt es erkennen.

Ein Impuls

Schief und gerade, so mancher Tag erscheint in der Rückschau wie die Platanen am Anlagenring. Was ist krumm, was ist gerade? Ich muss an Jesaja denken und an die Arie aus Händels Messias. Das ist zwar kein Blues, aber vielleicht doch. Da heißt es bei Jesaja: Eine Stimme ruft: / In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße / für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, / jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, / und was hüglig ist, werde eben. (Jes 40,3). Händel hat dazu die Arie geschrieben, unten und in der Beschreibung ein link. Das Krumme soll gerade werden. Gott knickt es nicht ab, er richtet auf.

Verweilen in der Gegenwart

Musik gestaltet Zeit. Sie hat ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Intervalle. Schenke dem Rhythmus deines Atems und Herzschlags etwas Aufmerksamkeit, dieser Musik des Lebens.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.

G.F. Händel „ev‘ry valley“