Novemberblues – Blog und Podcast für den November

Sonntag, 2.November

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Der Blues: GOtt hat den Blues

Gott will Sodom dem Erdboden gleich machen. Er hat genug. Darauf entwickelt sich dieser Dialog mit Abraham, der einwendet, dass es vielleicht doch ein paar anständige Leute dort geben könnte:

Da sprach der HERR: Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben. Abraham antwortete und sprach: Siehe, ich habe es unternommen, mit meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Wirst du wegen der fünf die ganze Stadt vernichten? Nein, sagte er, ich werde sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde. Er fuhr fort, zu ihm zu reden: Vielleicht finden sich dort nur vierzig. Da sprach er: Ich werde es der vierzig wegen nicht tun. Da sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich weiterrede. Vielleicht finden sich dort nur dreißig. Er entgegnete: Ich werde es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde. Darauf sagte er: Siehe, ich habe es unternommen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig. Er antwortete: Ich werde sie nicht vernichten um der zwanzig willen. Und nochmals sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich nur noch einmal das Wort ergreife. Vielleicht finden sich dort nur zehn. Er sprach: Ich werde sie nicht vernichten um der zehn willen. (Gen 18, 26-32)

Ein Impuls

Es hat keinen Sinn mehr mit diesem Sodom. Gott hat den Blues. Es reicht. Nicht so Abraham, der irgendwo noch die Chance sieht. Vielleicht ist nicht alles so schlimm. Mit einem Augenzwinkern wird es hier umgedreht und Abraham kümmert sich um Gott. Dieser zeigt sich durchaus offen für die Einwände. Aus einer Laune heraus handelt er nicht. Gott hat seine Allmacht im Griff. Wie gut, dass es immer wieder Menschen wie Abraham gibt, die Launen aushalten und einen anderen Blick eröffnen, für Gott und für die Menschen.

Verweilen in der Gegenwart

Musik gestaltet Zeit. Sie hat ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Intervalle. Schenke dem Rhythmus deines Atems und Herzschlags etwas Aufmerksamkeit, dieser Musik des Lebens.

Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen. Dann verweile dort.