Sonntag, 15. Juni

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Maria Magdalena
Maria Magdalena und Gefährten wurden auf ein steuerloses Schiff gesetzt. Doch durch Gottes Fügung landeten sie in Marseille, wo sie in der Tempelvorhalle Unterschlupf finden: „Da nun Maria Magdalena sah, wie sich das Volk zu dem Tempel sammelte, den Abgöttern zu opfern, stund sie auf mit heiterem Angesicht und riet ihnen mit weislichen Worten von dem Dienst der Abgötter und predigte ihnen Christum mit großer Zuversicht.“
(Aus der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine, um 1270)
Ein Impuls
In der Legenda Aurea, der goldenen Legende, versammeln sich viele Heiligenlegenden. Die mittelalterliche Erbauungsliteratur lässt der Phantasie viel Raum, so dass der geschichtliche Kern, der einer Legende innewohnt, nicht immer leicht zu erkennen ist. Bei Maria Magdalena ist dies besonders der Fall. Einerseits prägte die Legenda für Jahrhunderte das Bild der Maria. Andererseits beschreibt sie sie auf eine unerwartete Weise. In Marseille tritt Maria Magdalena auf als Apostelin Wie die anderen Apostel in der Apostelgeschichte verkündigt sie – erfolgreich – den Glauben. Sie hält den Menschen keine Standpauke, sie zeigt sich nicht entsetzt, sie tritt auch nicht selbstherrlich auf, sondern „mit heiterem Angesicht“ und mit „großer Zuversicht.“ Sie lässt Gott groß sein, das lässt sie erstrahlen und dieser Glanz färbt auf andere ab, taucht sie in ein gutes Licht. In ein gutes Licht stellen, sich selbst und andere, vielleicht eine Möglichkeit so an diesem Sonntag in die Woche zu starten.
Verweilen in der Gegenwart
Maria Magdalena lässt sich von Jesus aufhalten. Halte einen Moment inne. Nimm wahr, wie es jetzt ist. So ist es jetzt. Für ein paar Atemzüge bleibe bei deinem Atem. Mit einem guten Atemzug brich auf zu dem, was jetzt ansteht.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen, dann verweile dort.

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