Montag, 26. Mai

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Ein Alltagsweg
Ich gehe letzte Woche am frühen Abend über die Berger Straße. Die Tische der Lokale sind gut besetzt. Beim „Tischlein deck dich“ haben drei Menschen ein lebhaftes Tischgespräch. In breitem Frankfurterisch und beflügelt vom Wein, der die Zunge leicht und zugleich schwer macht, wird die aktuelle Lage diskutiert. „Was für Redner sind wir nicht, wenn der Rheinwein aus uns spricht,“ Lessings Spaßgedicht kommt mir in den Sinn.
Ein Impuls
Joseph Haydn hat Lessings „Die Beredsamkeit“ in einem klassischen vierstimmigen Chorsatz vertont. Das Gedicht und die Musik erzählen augenzwinkernd und nicht ganz ernst gemeint über den Redefluss des Rheinweins. Mit Wasser funktioniere das nicht, denn das – man sieht es an den Fischen – macht stumm. Der letzte Akkord wird nicht gesungen, sondern lautlos bewegt der Chor die Lippen und formt das Wort „stumm.“ Vielleicht ergibt sich ein Augenzwinkern heute an diesem Tag, zum Beginn der Woche.
Verweilen in der Gegenwart
Maria Magdalena lässt sich von Jesus aufhalten. Halte einen Moment inne. Nimm wahr, wie es jetzt ist. So ist es jetzt. Für ein paar Atemzüge bleibe bei deinem Atem. Mit einem guten Atemzug brich auf zu dem, was jetzt ansteht.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen, dann verweile dort.

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