Freitag, 23. Mai

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Ein Alltagsweg
Ich sitze in der U – Bahn, habe sogar einen Fensterplatz. Nun gut, viel gibt es nicht zu sehen, im Tunnel ist es dunkel und an den Stationen strömen die einen zum Ausgang, die anderen in den Zug. Einmal halten wir etwas länger, so dass sich der Bahnsteig geleert hat bis auf zwei Männer. Beide halten einen weißen Blindenstock in den Händen. Der eine hat die Hand auf die Schulter des anderen gelegt und so finden auch sie den Weg zum Ausgang.
Ein Impuls
Das Sprichwort von den Blinden, die einander führen und in die Grube fallen, ist falsch. Es geht davon aus, dass allein Sehende Orientierung haben. An der U – Bahnstation Höhenstraße sind die beiden ihren Weg in ihrem Tempo gegangen, ganz selbstständig. „Was hast du unterwegs gesehen, Maria?“ Vielleicht weniger gesehen im klassischen Sinn, doch tastend mit dem Stab ihrer Liebe und mit einem offenen Ohr.
Verweilen in der Gegenwart
Maria Magdalena lässt sich von Jesus aufhalten. Halte einen Moment inne. Nimm wahr, wie es jetzt ist. So ist es jetzt. Für ein paar Atemzüge bleibe bei deinem Atem. Mit einem guten Atemzug brich auf zu dem, was jetzt ansteht.
Vielleicht ist dir auch ein anderer Gedanke in den Sinn gekommen, dann verweile dort.

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